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Land & Leute

Geschichte & Kultur

Das Gebiet des heutigen Saudi-Arabien ist seit mindestens 1,6 Millionen besiedelt und es gibt Funde, die dem Homo erectus zuzuordnen sind. In der Nefud-Wüste fanden sich etwa Artefakte, die auf etwa 400.000 Jahre datiert wurden.

Da Schifffahrtswege im Westen durch das Rote Meer und im Osten durch den Persischen Golf erschlossen wurden und sich Handelswege quer über die arabische Halbinsel entwickelten, gab es die ersten kleinen Reiche in dieser Region schon recht früh. Dazu zählt auch das in der Bibel genannte Königreich Midian. Kleinstaaten der Sabäer, Nabatäer, Ghassaniden, Lachmiden sowie Kinda oder auch Stadtstaaten wie Taym entstanden. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Inschriften in diesen Gebieten und Bauten wurden errichtet, die zum Teil heute noch stehen. Moderne Wirtschaftsformen wurden populärer und der die Ausläufer des Römischen Reiches erreichten die Region.

Die eigentliche Geschichte Saudi-Arabiens beginnt mit der Flucht des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina 622. Dieses Jahr ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Gebiete des heutigen Saudi-Arabien Teile des Königreichs der Nabatäer. Die größte Bevölkerungsgruppe auf dem heutigen Gebiet Saudi-Arabiens waren verschiedene Beduinenstämme.

Als Prophet Mohammed, Gründer des Islam, 622 zusammen mit der ersten Niederschrift des Korans von Mekka loszog, fing er an die arabischen Stämme unter der Religion zu einen. Nach seinem Tod 632 setzten die so genannten Kalifen sein Werk fort, Mekka wurde religiöses Zentrum eines einheitlichen Staates, Medina dessen politisches Zentrum. Als im 7. Jahrhundert sich das arabische Reich bis nach Nordafrika und Vorderasien ausdehnte wurde der Sitz des Kalifen nach Damaskus verlegt, wodurch die Arabische Halbinsel ihre politische Bedeutung verlor. Auf dem Gebiet des heutigen Saudi-Arabien bildete sich eine Vielzahl von kleinen Reichen, über die einzelne Scheiche herrschten. Im Landesinneren entstand um 1450 das kleine Reich Al Riyad wo heute die Hauptstadt Riad lokalisiert ist. Das Reich wurde von Vorfahren, der heutigen Herrscherfamilie Saud erbaut. Um 1745 verbündete sich Scheich Muhammad Ibn Saud verbündete sich um 1745 mit dem Scheich Mohammad Ibn Abd Al Wahhab und sie begannen mithilfe ihrer Streitkräfte, die seit Jahrhunderten verfeindeten Stämme im auf dem Großteil der arabischen Halbinsel zu vereinen. Die Saud-Dynastie begann mit dem Aufbau eines Reiches gipfelte 1902 damit, dass Abd Al Aziz Ibn Saud III. die Stadt Riad von den Osmanen, die damals die Stadt besetzt hielten, zurück eroberte. Nachdem die saudische Herrscherfamilie 1932 sich die beiden noch fehlenden Provinzen einverleibte, gründete Abd Al Aziz Ibn Saud III den neuen Staat unter dem Namen Saudi-Arabien und ließ sich zum König ausrufen.

1938 begann man mit der Erschließung der umfangreichen Erdölfelder und machte Saudi-Arabien zu einem wohlhabenden sowie wirtschaftlich einflussreichen Land. 1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der „Arabischen Liga“, deren Ziel die engere wirtschaftliche, politische und militärische Zusammenarbeit der arabischen Staaten war. 1960 begründete Saudi-Arabien mit dem Irak, Iran, Venezuela und Kuwait zusammen die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), deren erklärtes Ziel es ist, den Förderländern langfristige Einkünfte zu sichern.

1964 wurde König Saud IV. auf Grund einer Krise zur Abdankung gezwungen und auf den Thron folgte ihm sein Bruder Faisal. Saudi-Arabien blieb weiterhin absolute Monarchie. König Faisal führte umfangreiche Reformen im Justiz-, Sozial- und Bildungswesen durch ohne dabei das erzkonservativ-islamische Leitbild zu verletzen. Während dieser Zeit näherte sich Saudi-Arabien wirtschaftlich der westlichen Welt an.

Seit 2005 ist Abdullah Ibn Abdul-Aziz König, gibt jedoch schon seit 2015 viele seiner Kompetenzen an den jetzigen Kronprinzen Salman Ibn Abd al-Aziz ab. Kronprinz Salman verfolgt seine pro-westliche Reformpolitik die mit der 2017 bekannt gegebenen „Vision 2030“ ihren bisherigen Höhepunkt fand. Zu der Strategie gehören die großflächige Öffnung des Landes hin zum globalen Tourismus, aber auch umfangreiche Reformen in der Justiz und Wirtschaft. Die Grundlage bei jeglicher Rechtsprechung bleibt jedoch die Scharia, die konservativ-islamische Rechtsgrundlage. Der Großteil der auch recht jungen Bevölkerung befürwortet den aktuellen Weg des Kronprinzen, da sich ihr Leben in vielen Facetten verbessert. Dem steht jedoch ein fundamentalistischer Bevölkerungsteil entgegen, sodass sich die Gesellschaft mit vielen Gegensätzen in einem großen Wandel befindet.

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